Herzlich Willkommen in Oranienbaum!

Das großartige Ensemble von Schloß, Park und Stadt entstand Ende des 17. Jahrhunderts und ist weitgehend erhalten. Während Ihres Besuches erfahren Sie von den künstlerischen Auswirkungen der dynastischen Verbindungen des Fürstenhauses Anhalt-Dessau mit den Niederlanden. Den heute auf der Welt einzigartigen Englisch-chinesischen Garten im Norden des Schlossparks ließ Fürst Franz von Anhalt-Dessau, der Begründer der berühmten Wörlitzer Gärten, Ende des 18. Jahrhunderts anlegen.
Natur und Kunst auf das Schönste vereint finden Sie im Dessau-Wörlitzer Gartenreich.

Das 1683 begründete Ensemble von Stadt, Schloss und Park Oranienbaum ist ein in Mitteldeutschland seltenes Beispiel für planmäßig, in fürstlichem Auftrag entstandene Barockanlagen. Bis heute haben sich im ländlichen, durch niederländischen Einfluß geprägten Ort die Grundstrukturen der Stadtgestaltung erhalten. Die Quartiere der Stadt entsprachen zunächst etwa der Breite von Schoss und Garten. Im Schnittpunkt einer Querstraße erweitert sich die auf das Schloss zuführende Straßenachse zu einem quadratischen Marktplatz. Am südlichen Ende der Querstraße erhebt sich die 1712 geweihte Stadtkirche. Inmitten des Platzes steht eine Sandsteinvase mit schmiedeeisernem Orangenbaum. Die Orange ist das Symbol der Oranier, jener Herrscher, die als Generalstatthalter der Niederlande während des Befreiungskampfes gegen die habsburgische Herrschaft eine bedeutende Rolle spielten. Im Jahre 1659 hatte Fürst Johann Georg II. von Anhalt- Dessau (1627- 1693) die Prinzessin Henriette Catharina von Nassau-Oranien (1637- 1708) geheiratet. Der Oranierin, deren Heimatland im "Goldenen Zeitalter" eine Blüte erlebte, verdanken Anhalt-Dessau und auch Oranienbaum wichtige Impulse in Wirtschaft und Kultur.

Henriette Catharina fand offenbar Gefallen an der Lage des Ortes Nischwitz, in dem nur wenige Bauten existierten, 1673 wurde er in Oranienbaum umbenannt, und zehn Jahre später begann man mit seiner Neugestaltung auch das Schloss und den Park zu errichten. Für diese Aufgabe zog die Fürstin einen Landsmann, den niederländischen Baumeister Cornelis Ryckwaert (gestorben 1693), heran.

In Oranienbaum entstand ein dreiflügeliges Schloss, ein Typus, der sich in dieser Zeit gegenüber den noch dem Festungsbau verwandten Anlagen durchzusetzen begann. Nach Ryckwaerts Tod sind dann Kavalierhäuser, Wirtschaftsgebäude und Stallungen in Fachwerkkonstruktion angefügt worden. Im Inneren ist ein mit kostbaren holländischen Ledertapeten ausgestatteter Saal besonders bemerkenswert sowie im Souterrain ein gewölbter, mit holländischen Fliesen dekorierter Saal. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden mehrere Räume im chinesischen Stil umgestaltet.

Von der weitläufigen Parkanlage am Schloss Oranienbaum gingen im 20. Jahrhundert die seitlichen Teile durch Bebauung verloren. Seitdem wird das Bild beherrscht durch die von Hecken gerahmten Rasengevierte des Gartenparterres, dessen Gestaltung bereits im 18. Jahrhundert aufgegeben worden war. Am Südrand der Anlage erstreckt sich eine ausgedehnte, 1812 bis 1818 von Carlo Ignazio Pozzi (1766- 1842) in klassizistischen Formen errichtete Orangerie. Die seit einiger Zeit wiederbelebte Orangenzucht in Oranienbaum besitzt eine lange Tradition. Bis zu 550 Orangenbäume waren hier einst vorhanden. Jeden Sommer, wenn die Kübelpflanzen im Park aufgestellt sind, finden im Gebäude Veranstaltungen anläßlich des "Internationalen Gartenfestivals" statt.

Nachdem im nahe gelegenen Wörlitz ein großer Landschaftsgarten entstanden war, sind auf Veranlassung des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz (1740- 1817) in den Jahren 1793 bis 1797 der barocke Inselgarten und ein Teil des angrenzenden Waldgebietes umgestaltet worden. Dieser "Chinesische Garten" blieb bis heute fast unverändert erhalten und ist von herausragender Bedeutung in Mitteleuropa. Wasserläufe und Brücken gliedern das Terrain. Die Anlage, auch eine Pagode und das Gartenhaus, entstanden unter dem Einfluß des Engländers Sir William Chambers.

Mit dem Chinesischen Garten wurde die Gestaltung des historischen Ensembles von Stadt, Schloss und Park Oranienbaum im wesentlichen abgeschlossen, eines Gesamtkunstwerks, dem seit Jahren intensive Bemühungen um Pflege, Restaurierung und weitere Erschließung gelten.

Gebäude der Orangerie

Oraniermonument auf dem historischen Marktplatz



Pagode im Englisch-chinesischen Garten

Chinesisches Haus im Englisch-chinesischen Garten




Schwesterstadt Oranienburg
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Die Schwester von Henriette Catharina, die unsere Stadt gründete, war Louise Henriette. Sie heiratete später den brandenburgischen Großen Kurfürsten und ließ 1650-55 das heutige Schloß Oranienburg bauen.

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