Evangelische Stadtkirche Oranienbaum


Stadtkirche Oranienbaum

Die Stadtkirche ist ein barocker Zentralbau mit elliptischem Grundriss und wurde Ende 1712 vom "Alten Dessauer" eingeweiht (Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676 - 1747) - er war der Sohn der Stadtgründerin Henriette Catharina). Die Kirche ist neben dem Schloss das zweite bedeutende Baudenkmal der Stadt und mit seinem mächtigen Mansardwalmdach in der südlichen Sichtachse vom Markt aus ein besonderer Blickfang. Die Innenausstattung ist in großen Teilen noch im Originalzustand ihrer Erbauungszeit und spiegelt in ihrer würdigen Schlichtheit den streng calvinistisch-reformierten Charakter der damaligen Landesreligion wider.

Im Inneren der Kirche befindet sich eine einheitlich umlaufende Empore, darauf die Orgel von 1766. Sie zeigt Rokokoschnitzerei weiß mit Gold und oben eine von Bären gehaltene Kartusche mit Fürstenkrone. Darin stehen die Buchstaben L.F.F. F.Z.A. (Leopold Friedrich Franz, Fürst zu Anhalt), die auf den Fürsten Franz verweisen, den Schöpfer der Wörlitzer Parkanlagen. Das Orgelwerk wurde 1905/06 von Fleischer und Kindermann (Dessau) komplett erneuert.

Der originale Altar ist gemäß reformiertem Verständnis ein einfacher Tisch - kein "Allerheiligstes". Die Kanzel mit ihrem Goldschmuck und den gedrehten Säulchen steht im Zentrum des reformiert-calvinistischen Gottesdienstes: sie repräsentiert das Bibel-Wort. Der Fürstenstuhl, heute links und rechts vom Altar angeordnet, wurde erst um 1900 geteilt. Vorher befand er sich in einem Stück auf der linken Seite und diente der regierenden Fürstenfamilie als herausgehobener Sitz bei den Gottesdiensten.

Den Tauftisch erhielt die Kirche erst 1887. Er ist für die Taufschale bestimmt, die der Gemeinde zusammen mit Taufkanne und Abendmahlskelch schon im Jahre 1676 von der Fürstin Henriette Catharina gestiftet worden war. Die älteste Glocke von 1714 mit der Inschrift: "An Gottes Segen ist alles gelegen" wird heute im Kircheninneren aufbewahrt.

Zwei der vier 11 Meter hohen, aus einem Stück gehauenen Eichensäulen, auf denen das Dach ruht, tragen seit 1923 die Gestalten der "Trauer" und der "Hoffnung" sowie die Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges. Die beiden Skulpturen sind aus Eichenholz vom ersten Glockenstuhl der Kirche geschnitzt.

Besichtigung und regelmäßige Angebote

Die Kirche kann zu den Terminen der "Offenen Kirche" besichtigt werden. Außerhalb dieser Zeiten ist eine Anmeldung im Ev. Pfarramt Oranienbaum (Brauerstr. 26, Tel. ++49(0)34904.20512) oder in der Stadtinformation Oranienbaum (Tel. ++49(0)34904.22520) erforderlich.

Regelmäßige Angebote:


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